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Weg mit dem Geräteträger !

 

 

 

 

Braucht der Langfahrtsegler einen Geräteträger ?

 

Einverstanden...

Es gibt auch andere Beispiele als dieses Konstruktionschaos für einen optimal genutzen Geräteträger hinter dem Cockpit... (s. Bild rechts)

 

Aber warum soll die Schönheit eurer  Yacht mit einem solch artfremden Überrollbügel verunstaltet werden?

 

Es geht auch OHNE ! Praktischer, effizienter, schöner und zudem auch noch kostengüstiger:

 

Stromerzeugung an Bord ist ein endloses Thema: Solarpanels, Wellengenerator, Windgenerator, 2. Lichtmaschine... Nicht alles, was dem Yachtsegler angepriesen wird, ist sein Geld wert. Hinzu kommt, dass die meisten dieser Stromerzeuger nicht gerade einfach ein- oder anzubauen sind. Ganz abgesehen von der Störanfälligkeit dieser kombinierten Systeme, speziell  bei den Ladereglern, die oft nicht mit der Vielzahl der miteinander gekoppelten Stromerzeuger klarkommen.

Auf Langfahrtyachten wird heutzutage meist ein Geräteträger über dem Heck, beladen mit Windmühle, 2 m² Solarfläche und einem reichen Antennenwald als unverzichtbar angesehen. Klobig, hässlich, die Segeleigenschaften am Wind deutlich verschlechternd, teuer und ... überflüssig. Es geht auch OHNE! 

 

 

Solarpanels können beidseitig seitlich am Heck an der Seereling mit drehbarer Halterung angebracht werden und sind so auch noch dem veränderlichen Sonnenstand anzupassen, was bei Montage auf einem Geräteträger nicht oder nur schwer möglich ist. Außerdem ist so immer eine der beiden Seiten schattenfrei von der Sonne bestrahlt. Heruntergeklappt  wirken sie zusätzlich wie Dodgers als Sichtschutz.

 

 

Die Firma SAILnSEA bietet seit einiger Zeit einen intelligent gebauten, zwar leichten, aber sehr stabilen, leistungsstarken und zuverlässig arbeitenden HYDROGENERATOR an unter dem Namen SAILINGGEN, entwickelt und gebaut von Prof. Armin Horn in Renningen.

Eine umfassende Beschreibung findet Ihr über den Link:  https://sailnsea.1a-shops.eu/

sowie https://www.yacht.de/ausruestung/neue_ausruestung/guenstiger-strom-aus-wasser/a75539.html

 

Und wohin mit der Radarantenne und den anderen Antennen?

 

Na in den Mast! 

Aber nicht in 10m oder 15m Höhe, um möglichst große Reichweite zu ermöglichen, sondern nur in etwa 7 m Höhe, unterhalb der ersten Salingsreihe. Da die meisten Yachtradars ohnehin nur eine realistische Reichweite von etwa 15 sm, maximal 30 sm haben, sind 7m Anbauhöhe vollkommen ausreichend. Außerdem ist der Nahbereich sicherheitsrelevant von größerer Bedeutung. Segeltechnisch ist es nicht unwichtig, dieses zusätzliche Gewicht nicht an einem langen Hebelarm allzu hoch im Mast zu befestigen.

Bei Mastmontage kommt der Vorteil hinzu, dass die Schädel der Besatzung garantiert nicht der nicht gesundheitsschädlichen Radarstrahlung ausgesetzt sind. 

Und wo sollen die Antennen für GPS und AIS angebaut werden?

Ich habe im Laufe der Jahre viel herumexperimentiert mit Antennen an verschiedenen Anbauorten. Das Ergebnis: 

Außer auf Stahlschiffen können GPS-Antennen problemlos auch UNTER DECK angebaut werden. Allerdings dicht unter einem freien Laufdecksbereich in einen hoch liegenden Stauraum. Über den Menüpunkt "Satelliten" könnt Ihr vergleichen, ob das Empfangsergebnis unter Deck signifikant schlechter ist als über Deck. Ihr werdet euch wundern! 

Dass AIS-Antennen am Heckkorb angebaut werden sollten, hat sich inzwischen rumgesprochen. 

Und wo soll ich das Beiboot stauen?

Auf dem Vordeck! Davids ? Brauch ich nicht! In Tropen ist ein Semi-Rigid auf dem Vordeck optimal gelagert. Auf Langstrecke Luft ablassen und im gut zurrbaren Sack auf dem Vorschiff stauen (wenig Wind-Widerstand, wenig Angriffsfläche für Brecher). Bei uns in Europa reicht meist ein  Schlauchboot mit aufblasbarem Boden, das ebenfalls 

Das einzige Argument für einen Geräteträger wäre nach meine rAnsicht die Befestigung fürs Bimini. Aber das ist auf See beim segeln eher störend, denn der Blick in die Segel geht verloren. Vor Anker habe ich schnell auf der Sonnenseite und über dem Baum ein Halb-Zelt aufgespannt. Auf See verstecke ich mich vor der Sonne unter der Sprayhood und ansonsten wird die Pläte mit einem guten Hut geschützt.

"Freies heck für freie Segler!", was ja auch der Windpilot wegen besserer wirbelfreier Anströmung zu schätzen weiß. „Das Heck gehört mir!“ um Peter Förthmann zu zitieren (;-))

 

Mit dem hier beschriebenen Arrangement waren wir mit GWENAVEL vor der Südküste von Cuba drei Wochen unterwegs ohne je einen Hafen anzulaufen und hatten jeden Abend Einswürfel im Sundowner.

Nach dem Motto: E-Verbrauch sinnvoll reduzieren, statt E-Erzeugung mit viel Technik immer weiter steigern!

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